Ungarn ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel, sondern auch ein Land, in dem Sie viele hochwertige Produkte entdecken können. Auch wenn importierte Waren aufgrund der Mehrwertsteuer von 27 % oft…
Der große Genuss-Guide für Ungarn-Reisende und Hobbyköche
Wer an ungarische Spezialitäten denkt, hat meist sofort einen dampfenden Kessel Gulasch vor Augen. Doch die ungarische Küche ist viel mehr als Paprika und Rindfleisch. Sie ist ein Spiegel der Geschichte des Landes: Reitervölker aus dem Osten, osmanische Besatzer, die Habsburger Monarchie, jüdische Bäckertradition, bäuerliche Sparsamkeit und die glanzvolle Kaffeehauskultur Budapests haben alle ihre Spuren auf dem Teller hinterlassen.
In diesem Guide erfahren Sie, welche ungarischen Gerichte Sie unbedingt kennen sollten, was hinter den oft verwirrenden Namen steckt, welche Produkte offiziell als „Hungarikum“ geschützt sind, und wo Sie die besten Spezialitäten in Ungarn und am Balaton probieren können. Egal ob Sie eine Reise planen, bereits in Ungarn leben oder einfach zu Hause ungarisch kochen möchten: Hier finden Sie alles, was Sie brauchen.
Inhaltsverzeichnis
- Was die ungarische Küche so besonders macht
- Hungarikum: Ungarns offiziell geschützte Schätze
- Das große Gulasch-Missverständnis: Gulyás, Pörkölt, Paprikás und Tokány
- Ungarische Suppen
- Hauptgerichte: Die Klassiker der ungarischen Küche
- Beilagen und Gemüsegerichte
- Streetfood und Snacks
- Wurst, Salami und Fleischwaren
- Ungarische Süßspeisen, Kuchen und Torten
- Getränke: Wein, Pálinka, Unicum und Fröccs
- Spezialitäten vom Balaton
- Ungarische Spezialitäten im Jahreslauf
- Wo Sie in Ungarn am besten essen
- Ungarische Spezialitäten als Mitbringsel
- Kleiner Speisekarten-Sprachführer
- Häufige Fragen (FAQ)
- Fazit
Was die ungarische Küche so besonders macht
Die ungarische Küche ist deftig, aromatisch und erstaunlich vielseitig. Drei Zutaten bilden dabei das Fundament fast jedes herzhaften Gerichts:
- Zwiebeln, oft in großen Mengen langsam in Fett angeschwitzt
- Gewürzpaprika (fűszerpaprika), meist edelsüß, manchmal scharf
- Schweineschmalz (zsír), das traditionell anstelle von Öl verwendet wird
Dazu kommt Sauerrahm (tejföl), der in Ungarn so selbstverständlich ist wie in Deutschland die Sahne. Er landet auf Suppen, in Soßen, auf Nudeln und sogar auf süßen Gerichten.
Paprika: das rote Gold Ungarns
Paprika kam vermutlich im 16. und 17. Jahrhundert über die Osmanen und den Balkan nach Ungarn. Zunächst war die Schote ein Gewürz der armen Leute und der Hirten, bevor sie im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug durch die gesamte Küche antrat. Heute gilt Paprikapulver als Nationalgewürz, und die beiden Anbaugebiete Szeged und Kalocsa im Süden des Landes sind weltberühmt.
Ein spannendes Detail: Der ungarische Wissenschaftler Albert Szent-Györgyi gewann Vitamin C in größeren Mengen aus Szegediner Paprika und erhielt 1937 den Nobelpreis für Medizin.
Tipp für die Küche: Paprikapulver verbrennt sehr schnell und wird dann bitter. Nehmen Sie den Topf deshalb kurz vom Herd, bevor Sie das Pulver zu den Zwiebeln geben, und löschen Sie danach sofort mit etwas Flüssigkeit ab.
Neben dem Pulver ist in Ungarn Paprikacreme sehr verbreitet, vor allem die Marken „Piros Arany“ (mild bis scharf) und „Erős Pista“ (scharf). Viele Ungarn bevorzugen sie gegenüber dem Pulver, weil sie das ganze Jahr über den Geschmack frischer Paprika liefert.
Einflüsse aus vielen Kulturen
- Reiternomaden: Kesselgerichte über offenem Feuer, getrocknete Teigwaren wie Tarhonya
- Osmanisches Reich: Paprika, gefülltes Gemüse, Kaffee, Strudelteig-Techniken
- Habsburger Monarchie: Schnitzel, Mehlspeisen, Torten, Kaffeehauskultur
- Jüdische Küche: Flódni, Sólet (Schalet), Gänsegerichte
- Deutsche Siedler (Donauschwaben): Sauerkraut, Würste, Backwaren
Hungarikum: Ungarns offiziell geschützte Schätze
Bevor wir in die einzelnen Gerichte einsteigen, lohnt sich ein Blick auf einen Begriff, der Ihnen in Ungarn ständig begegnen wird: Hungarikum.
Seit 2012 gibt es in Ungarn ein eigenes Gesetz, das besondere nationale Werte schützt und in einer offiziellen Sammlung auflistet. Ein Hungarikum soll die Einzigartigkeit, Qualität und Spitzenleistung des Ungarntums repräsentieren. Neben Porzellan, Volkskunst und Traditionen stehen erstaunlich viele Lebensmittel und Getränke auf der Liste. Anfang 2026 wurde die Marke von 100 Hungarika erreicht.
Ausgewählte kulinarische Hungarika
| Hungarikum | Was es ist |
|---|---|
| Pálinka und Törkölypálinka | Obstbrand und Tresterbrand |
| Tokaji Aszú | Edelsüßer Wein aus der Region Tokaj |
| Egri Bikavér | Rotwein-Cuvée aus Eger („Erlauer Stierblut“) |
| Unicum | Kräuterbitter der Familie Zwack |
| Fröccs | Weinschorle, ungarisch interpretiert |
| Szikvíz | Sodawasser aus der Siphonflasche |
| Törley pezsgő | Traditioneller Sekt aus Budafok |
| Badacsonyi kéknyelű | Autochthone Weißweinsorte vom Balaton |
| Gulyásleves | Die echte Gulaschsuppe |
| Tiszai und Bajai halászlé | Fischsuppen aus Szeged und Baja |
| Karcagi birkapörkölt | Hammelpörkölt aus Karcag |
| Pick und Herz Téliszalámi | Winter-Salami aus Szeged und Budapest |
| Csabai und Gyulai kolbász | Paprikawürste aus dem Südosten |
| Debreceni páros kolbász | Debrecziner Paarwürstchen |
| Produkte aus gemästeter Gans | Gänseleber, Gänsekeule und mehr |
| Kalocsai und Szegedi fűszerpaprika | Gemahlener Gewürzpaprika |
| Piros Arany und Erős Pista | Paprikacremes |
| Makói hagyma | Rote Zwiebeln aus Makó |
| Szentesi paprika | Paprika aus Szentes |
| Magyar akácméz | Ungarischer Akazienhonig |
| Magyar szürke szarvasmarha | Ungarisches Steppenrind |
| Kürtőskalács | Baumstriezel |
| Dobostorta | Dobostorte |
| Lángos | Frittierter Hefefladen |
| Szaloncukor | Weihnachtliche Salonzuckerl |
| Pozsonyi kifli | Pressburger Kipferl |
| Tepertős pogácsa | Grammelpogatschen |
| Vecsési savanyú káposzta | Sauerkraut aus Vecsés |
| Hatvani Aranyfácán sűrített paradicsom | Tomatenmark aus Hatvan |
Praxistipp: Wenn Sie auf einer Verpackung oder Speisekarte das Wort „Hungarikum“ lesen, dürfen Sie sich auf ein besonders traditionsreiches Produkt freuen. Eine Garantie für Top-Qualität im einzelnen Restaurant ist es natürlich nicht, aber ein guter Wegweiser.
Das große Gulasch-Missverständnis: Gulyás, Pörkölt, Paprikás und Tokány
Kein anderes Thema sorgt bei deutschsprachigen Besuchern in Ungarn für so viel Verwirrung wie das Gulasch. Wer im Restaurant „Gulyás“ bestellt und einen dicken Fleischeintopf erwartet, bekommt eine Suppe. Das ist kein Fehler des Kellners, sondern ungarische Logik.
Gulyás (gesprochen: „Gujaasch“)
Das Wort bedeutet ursprünglich „Rinderhirt“. Die Hirten der Puszta kochten im Kessel über dem offenen Feuer eine kräftige Suppe aus Rindfleisch, Zwiebeln, Paprika, Kartoffeln und Wurzelgemüse. Genau das ist Gulyás oder Gulyásleves in Ungarn bis heute: eine Suppe, kein Eintopf. Typische Einlage sind Kartoffelwürfel und kleine gezupfte Nockerl (csipetke).
Pörkölt (gesprochen: „Pörkölt“)
Das, was man in Deutschland und Österreich als „ungarisches Gulasch“ kennt, heißt in Ungarn Pörkölt. Das Wort bedeutet „geröstet“ oder „angebraten“. Pörkölt ist ein sämiges Schmorgericht mit wenig Flüssigkeit, sehr vielen Zwiebeln und reichlich Paprika. Es kann aus Rind, Schwein, Kalb, Huhn, Hammel oder sogar Innereien zubereitet werden.
Wichtig: Ins klassische Pörkölt gehören keine frischen Paprikaschoten und keine Tomatenstücke in größeren Mengen. Die Farbe und der Geschmack kommen vom Paprikapulver und den gut geschmorten Zwiebeln.
Paprikás (gesprochen: „Paprikaasch“)
Ein Paprikás ist im Grunde ein Pörkölt, das am Ende mit Sauerrahm verfeinert wird. Es wird meist mit hellem Fleisch zubereitet, allen voran Huhn (Paprikás csirke), aber auch Kalb oder Fisch. Trotz des Namens enthält es oft sogar weniger Paprika als ein Pörkölt.
Tokány
Beim Tokány wird das Fleisch nicht gewürfelt, sondern in Streifen geschnitten. Paprika spielt eine kleinere Rolle, dafür kommen oft Pfeffer, Majoran, Pilze oder Speck hinzu.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Gericht | Konsistenz | Fleisch | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Gulyás | Suppe | Meist Rind | Kartoffeln, Gemüse, Nockerl |
| Pörkölt | Dickes Schmorgericht | Alle Sorten | Viel Zwiebel, viel Paprika |
| Paprikás | Sämig, cremig | Huhn, Kalb, Fisch | Sauerrahm |
| Tokány | Sämig | In Streifen | Weniger Paprika, oft Pilze oder Speck |
Und was ist Szegediner Gulasch?
Das Szegediner Gulasch (in Ungarn meist Székelykáposzta, also „Szekler Kraut“) ist ein Schweinepörkölt, das mit Sauerkraut geschmort und mit Sauerrahm serviert wird. Mit der Stadt Szeged hat es übrigens wenig zu tun. Der deutsche Name geht der verbreitetsten Anekdote nach auf den Dichter József Székely zurück, dessen Name im Ausland mit Szeged verwechselt wurde.
Ungarische Suppen
In Ungarn gehört eine Suppe zu jedem ordentlichen Mittagessen. Viele Suppen sind so reichhaltig, dass sie als Hauptgericht durchgehen.
Halászlé: die feurige Fischersuppe
Halászlé ist eine intensiv rote, scharfe Fischsuppe, meist aus Karpfen, Wels oder anderen Süßwasserfischen. Es gibt zwei berühmte Schulen:
- Szegedi oder Tiszai halászlé: Die Fischreste werden stundenlang ausgekocht und passiert, die Suppe ist dadurch sämig und dicht.
- Bajai halászlé: Die Suppe bleibt klarer und wird mit dicken Bandnudeln (gyufatészta) serviert.
Beide Varianten sind Hungarika. An Heiligabend steht Halászlé in vielen ungarischen Familien traditionell auf dem Tisch.
Jókai bableves
Die Jókai-Bohnensuppe ist nach dem Schriftsteller Mór Jókai benannt. Sie enthält Bohnen, geräuchertes Schweinefleisch oder Eisbein, Wurst, Wurzelgemüse und wird mit Sauerrahm und kleinen Nockerln serviert. Ein echter Sattmacher.
Hideg meggyleves: kalte Sauerkirschsuppe
Für viele Besucher eine Überraschung: Im Sommer gibt es in Ungarn kalte Obstsuppen als Vorspeise. Die Sauerkirschsuppe (Meggyleves) wird mit Sahne oder Sauerrahm, Zucker und etwas Zimt zubereitet und eiskalt serviert. An heißen Tagen am Balaton ist sie eine wunderbare Erfrischung. Variationen gibt es auch mit anderen Obstsorten wie Erdbeeren. Manche Obstsuppen sind auch mit Gebäck oder Marzipan verfeinert.
Tipp: Kalte Obstsuppen gelten in Ungarn zwar als Vorspeise, eignen sich aber auch wunderbar als Dessert.
Újházi tyúkhúsleves
Die Újházi-Hühnersuppe ist eine besonders aufwendige Hühnerbrühe mit Gemüse, Pilzen, Erbsen und feinen Nudeln. Sie ist nach dem Schauspieler Ede Újházi benannt, der als großer Feinschmecker galt, und in Ungarn die klassische Sonntagssuppe.
Weitere Suppen, die Sie probieren sollten
- Palóc leves: Hammel- oder Schweinefleisch mit grünen Bohnen, Kartoffeln und Dill
- Gombaleves: Pilzsuppe, oft mit Sauerrahm
- Korhelyleves: Sauerkrautsuppe mit Wurst, das klassische Katermittel nach durchfeierten Nächten
- Tárkonyos raguleves: Ragout-Suppe mit Estragon, eine Spezialität aus Szeged
Hauptgerichte: Die Klassiker der ungarischen Küche
Paprikás csirke: Paprikahuhn mit Nockerl
Wenn Ungarn ein Nationalgericht neben dem Gulyás hätte, wäre es wohl Paprikás csirke. Hühnerteile werden mit Zwiebeln und Paprika geschmort, am Ende mit Sauerrahm gebunden und mit Nokedli serviert, kleinen Spätzle-ähnlichen Nockerln. Dazu gehört fast immer ein Gurkensalat mit Essig.
Töltött káposzta: gefüllte Kohlrouladen
Sauerkrautblätter werden mit einer Mischung aus Hackfleisch, Reis und Gewürzen gefüllt und zusammen mit Sauerkraut und geräuchertem Fleisch langsam geschmort. Serviert wird das Ganze mit Sauerrahm. Töltött káposzta ist ein typisches Winter- und Festtagsessen und schmeckt aufgewärmt noch besser.
Rakott krumpli: Kartoffelauflauf
Rakott krumpli ist ein Schichtauflauf aus gekochten Kartoffeln, harten Eiern, Paprikawurst und viel Sauerrahm. Einfach, bodenständig und typisch für die ungarische Hausmannskost.
Hortobágyi palacsinta: herzhafte Pfannkuchen
Dünne Pfannkuchen werden mit fein gehacktem Kalbs- oder Hühnerpörkölt gefüllt, gerollt und mit einer Soße aus Pörköltfond und Sauerrahm überzogen. Trotz des Namens stammt das Gericht nicht aus der Hortobágy-Puszta. Bekannt wurde es vor allem durch die Weltausstellung 1958 in Brüssel, ähnliche Rezepte für mit Pörkölt gefüllte Pfannkuchen gab es aber schon Jahrzehnte früher.
Lecsó: das ungarische Ratatouille
Lecsó (bei uns oft als „Letscho“ bekannt) besteht aus gelben, spitzen Paprikaschoten, Tomaten und Zwiebeln, die in Schmalz geschmort werden. Häufig kommen Eier, Wurst oder Reis dazu. Im Spätsommer, wenn die Paprika reif ist, kocht man in Ungarn Lecsó auch in großen Mengen ein.
Fatányéros: die Holzplatte
Ein Fatányéros ist eine große Holzplatte mit verschiedenen gegrillten Fleischsorten, oft mit Speck, Bratkartoffeln und Salat. Das Gericht stammt der Überlieferung nach aus Siebenbürgen und ist ideal, wenn Sie mit mehreren Personen essen gehen.
Rántott hús und Rántott sajt
Das panierte Schnitzel (Rántott hús) ist in Ungarn ebenso beliebt wie in Österreich, meist aus Schweinefleisch. Für Vegetarier gibt es Rántott sajt, panierten und frittierten Käse, klassischerweise mit Remouladensoße (tartármártás) und Pommes oder Reis. Eine weitere Variante ist der panierte Champignon (Rántott gomba).
Mangalica und Steppenrind
Zwei ungarische Nutztierrassen sind echte Spezialitäten:
- Mangalica-Schwein: Das Wollschwein mit dem lockigen Fell liefert besonders fettes, marmoriertes und aromatisches Fleisch. Mangalica-Schinken und -Salami zählen zu den Delikatessen des Landes.
- Ungarisches Steppenrind (Szürkemarha): Die grauen Rinder mit den mächtigen Hörnern sind ein Hungarikum. Ihr Fleisch ist dunkel, mager und kräftig im Geschmack.
Gänseleber und Gänsegerichte
Ungarn gehört zu den größten Gänseleber-Produzenten der Welt, und Libamáj ist in der gehobenen Küche allgegenwärtig: gebraten, als Terrine oder im eigenen Fett eingelegt. Wer Stopfleber aus ethischen Gründen meidet, findet mit gebratener Gänsekeule (libacomb) mit Rotkraut und Kartoffelpüree eine ebenso typische Alternative, besonders rund um den Martinstag.
Vegetarische Klassiker
Die ungarische Küche wirkt fleischlastig, bietet aber mehr vegetarische Gerichte, als viele denken:
- Túrós csusza: Breite Nudeln mit Quark (túró), Sauerrahm und traditionell Speckwürfeln (ohne Speck bestellen)
- Káposztás tészta: Nudeln mit gebratenem Weißkohl, wahlweise mit Zucker oder Pfeffer
- Krumplis tészta: Nudeln mit Paprikakartoffeln
- Lecsó ohne Wurst
- Főzelék: siehe unten
Beilagen und Gemüsegerichte
Főzelék: das unterschätzte Nationalgericht
Főzelék ist ein typisch ungarisches Gemüsegericht, das irgendwo zwischen Eintopf und Püree liegt. Das Gemüse wird gekocht und mit einer Mehlschwitze oder Sauerrahm gebunden. Beliebte Sorten sind:
- Tökfőzelék: Kürbis oder Zucchini mit Dill
- Borsófőzelék: Erbsen
- Sárgaborsó-főzelék: gelbe Spalterbsen
- Krumplifőzelék: Kartoffeln
- Spenótfőzelék: Spinat, oft mit Spiegelei
Serviert wird Főzelék als Hauptgericht mit einem sogenannten Feltét (Auflage), zum Beispiel Frikadellen, Spiegelei oder Wurst. In Budapest gibt es sogar eigene Főzelék-Bistros.
Nokedli und Galuska
Die kleinen Nockerl sind die Standardbeilage zu Paprikás und Pörkölt. Sie ähneln schwäbischen Spätzle, werden aber meist etwas kürzer und weicher zubereitet.
Tarhonya
Tarhonya ist eine getrocknete Eiergraupe, eine der ältesten Nudelformen Ungarns. Sie wird in Fett angeröstet und dann mit Wasser gegart. Traditionell passt sie perfekt zu Pörkölt.
Savanyúság: eingelegtes Gemüse
In ungarischen Restaurants werden zu deftigen Gerichten oft Savanyúság (saure Beilagen) serviert: eingelegte Gurken, Paprika, Krautsalat oder die berühmten gefüllten Paprika mit Sauerkraut (Almapaprika). Das Sauerkraut aus Vecsés bei Budapest ist seit 2026 sogar ein Hungarikum.
Streetfood und Snacks
Lángos: der Star jedes Strandbads
Kaum eine ungarische Spezialität ist so eng mit dem Sommer verbunden wie Lángos. Ein Hefeteigfladen wird in heißem Fett frittiert, mit Knoblauchwasser bestrichen und klassisch mit Sauerrahm und geriebenem Käse belegt. Seit 2023 ist Lángos offiziell ein Hungarikum.
Heute gibt es unzählige Varianten mit Schinken, Wurst, Lila Zwiebeln, Nutella oder Zimtzucker. Puristen bleiben aber bei „sajtos-tejfölös“, also Käse und Sauerrahm.
Tipp: Essen Sie Lángos frisch aus dem Fett. Nach zehn Minuten wird er zäh und fettig. Wer empfindlich für Sodbrennen ist, sollte Lángos nicht zu spät am Abend essen!
Kürtőskalács: der Baumstriezel
Ein Hefeteigstrang wird um eine Holzrolle gewickelt, mit Zucker bestreut und über Glut gebacken, bis er karamellisiert. Anschließend wird der hohle Kuchen in Zimt, Nüssen, Kakao oder Kokos gewälzt. Kürtőskalács stammt aus der Tradition der Szekler in Siebenbürgen und ist seit 2015 ein Hungarikum. Besonders gut schmeckt er auf Weihnachtsmärkten und Volksfesten.
Tipp: Lassen Sie sich keinen kalten Baumstriezel aus der Folie andrehen. Am besten sind die direkt warm und fluffig vom Grill.
Pogácsa
Pogácsa sind kleine, herzhafte Gebäckstücke, die es in jeder Bäckerei gibt: mit Käse (sajtos), Kartoffeln (krumplis) oder Grieben (tepertős pogácsa, seit 2026 ein Hungarikum). Sie sind der perfekte Snack zu einem Glas Wein.
Zsíros kenyér
Ein Klassiker aus der Bauernküche: Brot mit Schmalz, Salz, Paprikapulver und roten Zwiebeln. Auf Weinfesten und in Weinkellern wird er oft zur Weinprobe gereicht.
Hinweis: Diese Gericht wird oft auch Hirn „angereichert“. Wem das zu viel ist, sollte vorher lieber kurz nachfragen.
Kolbász und Hurka vom Grill
Auf Märkten und in einfachen Imbissen gibt es gegrillte Kolbász (Paprikawurst), Májas hurka (Leberwurst im Darm) und Véres hurka (Blutwurst), serviert mit Senf, Brot und Salzgurken. Es ist auch nicht unüblich, dass Käse in eine Wurst eingebacken ist.
Hinweis: Das Wurstrezept in Ungarn ist in der Regel anders als das im deutschsprachigen Raum. Die bekannte Rote Wurst, wie sie in der Semmel oder in der Currywurst üblich ist, werden Sie in Ungarn nicht finden, auch nicht, wenn die Wurst auf den ersten Blick ähnlich aussieht. Die Ungarischen Würste sind meist „fleischiger“, „wurstiger“ und vor allem gröber.
Wurst, Salami und Fleischwaren
Téliszalámi: die berühmte Wintersalami
Die ungarische Wintersalami gehört zu den bekanntesten Exporten des Landes. Sie wird traditionell im Winter hergestellt, geräuchert und luftgetrocknet und erhält dabei ihren typischen weißen Edelschimmelbelag. Die beiden großen Namen sind Pick aus Szeged, gegründet 1869, und Herz aus Budapest. Beide Wintersalamis sind Hungarika.
Hinweis: Die Salami ist im Regelfall im Kunstdarm, der nicht mitgegessen werden sollte.
Paprikawürste aus Csaba und Gyula
Die Csabai kolbász aus Békéscsaba und die Gyulai kolbász aus Gyula sind kräftig gewürzte, geräucherte Paprikawürste. Die Csabai ist meist schärfer. Beide passen hervorragend zu Brot, Paprika und einem Glas Rotwein.
Debreceni
Die Debrecziner (Debreceni páros kolbász) sind als Paarwürstchen bekannt und werden meist warm gegessen. Auch sie stehen auf der Hungarikum-Liste.
Szalonna
Ungarischer Speck ist eine eigene Wissenschaft: geräuchert, gekocht, mit Paprika eingerieben (paprikás szalonna) oder als Kolozsvári szalonna mit Paprikakruste. Beim traditionellen Szalonnasütés wird Speck am Spieß über dem Feuer gegrillt, und das herabtropfende Fett wird mit Brot aufgefangen.
Ungarische Süßspeisen, Kuchen und Torten
Die ungarische Konditorkunst erlebte ihre Blütezeit in der k.u.k.-Monarchie. Viele Torten aus dieser Zeit sind bis heute Klassiker in jeder Cukrászda (Konditorei).
Dobostorta: die berühmteste ungarische Torte
Der Budapester Konditor József C. Dobos entwickelte 1884 eine Torte, die sich auch ohne moderne Kühlung länger hielt als die damals üblichen Sahnetorten. Das Geheimnis: sechs dünne Biskuitböden, eine Schokoladen-Buttercreme und eine glänzende Karamellschicht obenauf. Bei der Landesausstellung 1885 in Budapest sollen auch Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth (Sisi) davon gekostet haben. Seit 2019 ist die Dobostorte als erste ungarische Torte ein Hungarikum.
Somlói galuska: das Lieblingsdessert der Ungarn
Somlói galuska besteht aus drei Sorten Biskuit (hell, Kakao, Walnuss), getränkt mit Rum-Sirup, geschichtet mit Vanillecreme, Rosinen und Nüssen. Das Ganze wird mit einem Löffel in Nockerl gestochen und mit Schokoladensoße und Schlagsahne serviert.
Entstanden ist das Dessert in den 1950er-Jahren im berühmten Budapester Restaurant Gundel. Die Idee wird dem Oberkellner Károly Gollerits zugeschrieben, umgesetzt hat sie der Konditormeister József Béla Szőcs. Auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel wurde das Dessert international bekannt. Der Name bezieht sich übrigens nicht auf den Weinberg Somló, sondern auf den Somlyó-Hügel bei Fót nördlich von Budapest, wo Szőcs lebte.
Hinweis: Diese Nachspeise ist naturgemäß i.d.R. äußerst „deftig“ (schwer), sehr süß und durch den Alkohol auch etwas „bissig“ im Geschmack. Falls Ihnen nichts davon zusagt, können Sie sich das Probieren vermutlich sparen.
Rigó Jancsi
Ein würfelförmiges Schokoladentörtchen mit luftiger Schokoladen-Sahnecreme zwischen zwei Schokoladenbiskuits. Benannt ist es der Legende nach nach dem Roma-Geiger Jancsi Rigó, dessen Romanze mit einer amerikanischen Millionärserbin und belgischen Fürstin um 1900 ganz Europa beschäftigte.
Esterházy torta
Mehrere Schichten aus Walnuss- oder Mandelbaiser mit Buttercreme, gekrönt von weißem Fondant mit dem charakteristischen Spinnennetzmuster aus Schokolade. Die Torte ist nach der Adelsfamilie Esterházy benannt und in ganz Mitteleuropa beliebt.
Zserbó (Gerbeaud-Schnitte)
Schichten aus mürbem Hefeteig, Aprikosenmarmelade und gemahlenen Walnüssen, überzogen mit Schokolade. Benannt nach dem Schweizer Konditor Émile Gerbeaud, dessen Kaffeehaus am Budapester Vörösmarty tér bis heute eine Institution ist.
Rétes: ungarischer Strudel
Hauchdünn ausgezogener Teig, gefüllt mit Äpfeln (almás), Quark (túrós), Sauerkirschen (meggyes), Mohn (mákos) oder Kürbis (tökös). Strudel ist in Ungarn ein fester Bestandteil der Alltagsküche.
Gundel palacsinta
Ein Pfannkuchen mit einer Füllung aus Walnüssen, Rosinen und Rum, übergossen mit einer dunklen Schokoladen-Rum-Soße und oft flambiert. Benannt nach dem legendären Gastronomen Károly Gundel.
Weitere Süßspeisen, die Sie probieren sollten
- Túró Rudi: Ein Kultriegel aus süßem Quark mit Schokoladenüberzug, seit 1968 im Kühlregal jedes ungarischen Supermarkts. Für viele Ungarn im Ausland der Inbegriff von Heimweh.
- Flódni: Ein jüdischer Schichtkuchen mit Füllungen aus Mohn, Walnuss, Apfel und Pflaumenmus. Besonders gut im Budapester Jüdischen Viertel.
- Madártej: „Vogelmilch“, eine Vanillecreme mit schwimmenden Eischnee-Nocken.
- Gesztenyepüré: Maronenpüree mit Schlagsahne, ein einfacher, aber sehr ungarischer Nachtisch.
- Mákos guba: Brötchenstücke mit Milch, Mohn und Zucker, vor allem zur Weihnachtszeit.
- Túrógombóc: Quarkknödel in Semmelbröseln mit Sauerrahm und Puderzucker.
- Pozsonyi kifli: Mürbe Kipferl mit Mohn- oder Nussfüllung, ein Hungarikum.
- Bejgli: Der ungarische Mohn- oder Nussstriezel, ohne den Weihnachten undenkbar ist.
- Szaloncukor: In Glanzpapier gewickelte Pralinen, die als Christbaumschmuck dienen.
Getränke: Wein, Pálinka, Unicum und Fröccs
Ungarischer Wein
Ungarn hat eine jahrhundertealte Weinbautradition und über 20 Weinregionen. Einige Highlights:
- Tokaj: Heimat des Tokaji Aszú, eines der berühmtesten Süßweine der Welt, hergestellt aus edelfaulen Trauben (Aszú-Beeren). Aber auch trockene Weine aus den Rebsorten Furmint und Hárslevelű sind hervorragend.
- Eger: Bekannt für das Egri Bikavér („Erlauer Stierblut“), eine kräftige Rotwein-Cuvée, und das weiße Gegenstück Egri Csillag.
- Villány: Die wärmste Weinregion Ungarns im Süden, bekannt für volle Rotweine aus Cabernet Franc und Portugieser.
- Szekszárd: Elegante Rotweine, vor allem aus Kadarka, und ein eigenes Bikavér.
- Balaton-Regionen: Weißweine wie Olaszrizling (Welschriesling), Szürkebarát (Grauburgunder) und die vulkanisch geprägte Rarität Kéknyelű aus Badacsony.
- Somló: Ein kleiner erloschener Vulkan mit mineralischen, kraftvollen Weißweinen, zum Beispiel aus Juhfark.
Pálinka
Pálinka ist der ungarische Obstbrand und seit 2004 eine EU-geschützte Herkunftsbezeichnung. Echter Pálinka darf nur aus Obst, das im Land gewachsen ist, ohne Zusatz von Zucker, Aromen oder Farbstoffen hergestellt werden und muss mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben. Beliebte Sorten sind:
- Barack: Aprikose, der Klassiker aus Kecskemét
- Szilva: Pflaume, besonders aus Szatmár
- Körte: Birne, oft Vilmos-Birne (Williams)
- Meggy: Sauerkirsche
- Törköly: Tresterbrand aus Weintrester
Ein Tipp für Genießer: Guter Pálinka wird nicht eiskalt gekippt, sondern leicht gekühlt aus einem tulpenförmigen Glas langsam genossen. Der Trinkspruch lautet „Egészségedre!“ (auf deine Gesundheit), gegenüber mehreren Personen „Egészségünkre!“.
Hausgemachter Obstbrand heißt Házi pálinka. Er ist oft sehr stark. Nehmen Sie ihn als Geschenk gerne an, aber genießen Sie ihn in Maßen.
Unicum
Der dunkle Kräuterlikör in der runden Flasche mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund wird von der Familie Zwack hergestellt. Der Überlieferung nach geht das Rezept auf das Jahr 1790 und einen Leibarzt des Habsburger Kaiserhofs zurück. Unicum schmeckt intensiv bitter und wird gerne als Digestif nach einem schweren Essen getrunken. Die Brennerei in Budapest kann besichtigt werden.
Fröccs: die ungarische Weinschorle
Fröccs ist weit mehr als eine einfache Schorle. In Ungarn gibt es ein ganzes System aus Mischungsverhältnissen zwischen Wein und Sodawasser, jedes mit eigenem Namen:
| Name | Wein | Soda |
|---|---|---|
| Kisfröccs | 1 dl | 1 dl |
| Nagyfröccs | 2 dl | 1 dl |
| Hosszúlépés („langer Schritt“) | 1 dl | 2 dl |
| Házmester („Hausmeister“) | 3 dl | 2 dl |
| Viceházmester („Vize-Hausmeister“) | 2 dl | 3 dl |
| Sóherfröccs („Geizhals-Schorle“) | 1 dl | 9 dl |
Wenn Sie in einer Weinbar diese Namen verwenden, haben Sie die Sympathien auf Ihrer Seite. Traditionell wird das Sodawasser aus der Szikvíz-Siphonflasche gespritzt, ebenfalls ein Hungarikum.
Weitere Getränke
- Törley: Ungarischer Sekt aus Budafok, günstig und von solider Qualität.
- Traubi: Eine ungarische Traubenlimonade aus sozialistischen Zeiten, heute Kult.
- Márka: Eine weitere Retro-Limonade, zum Beispiel mit Sauerkirsche.
- Kakaós csiga und Kakaó: Eine Kakaoschnecke mit Kakaomilch ist das Frühstück vieler ungarischer Kinder und Erwachsener.
Spezialitäten vom Balaton
Der Balaton, auch Plattensee genannt, ist das beliebteste Urlaubsziel Ungarns, und er hat seine ganz eigene kulinarische Identität.
Balatoni fogas
Der Fogas ist ein Zander aus dem Balaton. In Ungarn nennt man kleinere Tiere unter etwa 1,5 Kilogramm „süllő“, größere Exemplare „fogas“. Der Name, der auf die auffälligen Fangzähne anspielt, fand sogar Eingang ins Deutsche („Fogosch“). Der Balaton-Zander gilt wegen seines weißen, festen und fast grätenfreien Fleisches seit Jahrhunderten als besonders edel und ist unter der Bezeichnung „Balatoni hal“ geschützt.
Probieren Sie ihn gebraten oder gegrillt, am besten im Ganzen, mit Petersilienkartoffeln und einem Glas Balaton-Weißwein.
Weitere Fischspezialitäten
- Keszeg: Kleine frittierte Weißfische (meist Brachsen), der klassische Imbiss an den Strandbuden. Man isst sie mit den Fingern, oft samt feiner Gräten.
- Harcsa: Wels, oft als Paprikás mit Túrós csusza.
- Ponty: Karpfen, gebraten oder als Halászlé.
Strand-Klassiker am Balaton
Ein typischer Tag am Balaton-Strand (strand) ist ohne diese Klassiker kaum vorstellbar:
- Lángos mit Sauerrahm und Käse
- Sült keszeg (frittierte Fischlein)
- Palacsinta mit Marmelade oder Kakao
- Fagylalt (Eis), am besten von einer kleinen Eisdiele
- Ein kühler Fröccs oder ein Balaton-Bier
Weinregionen rund um den See
Am Nordufer liegen die Weinregionen Badacsony, Balatonfüred-Csopak und das Káli-Becken, im Süden die Region Balatonboglár. Viele Winzer öffnen im Sommer ihre Keller für Verkostungen. Besonders empfehlenswert ist die Rebsorte Kéknyelű, die fast nur in Badacsony angebaut wird und seit 2025 als Hungarikum gilt.
Ungarische Spezialitäten im Jahreslauf
Wer ungarische Spezialitäten authentisch erleben möchte, sollte auf die Jahreszeiten und Feiertage achten.
Frühling und Ostern (Húsvét)
Zu Ostern gibt es gekochten Schinken (sonka), hartgekochte Eier, Meerrettich (torma) und einen geflochtenen Hefezopf (kalács). Am Ostermontag besuchen Männer traditionell Frauen zum „Begießen“ (locsolkodás) und erhalten dafür bemalte Eier und ein Gläschen Pálinka.
Sommer
Die Saison für Lecsó, kalte Obstsuppen, Lángos am Strand, Wassermelone und frische Paprika. Am 20. August, dem Nationalfeiertag, wird jedes Jahr die „Torte Ungarns“ (Magyarország tortája) vorgestellt, die in einem Wettbewerb der Konditoren gekürt wird und danach in vielen Cukrászdák erhältlich ist.
Herbst und Martinstag
Im Herbst beginnen die Weinlesefeste (szüreti fesztivál). Am 11. November, dem Martinstag, isst man traditionell Gans und probiert den ersten neuen Wein des Jahrgangs.
Winter und Weihnachten (Karácsony)
Die Zeit der Schlachtfeste (disznóvágás), bei denen frische Würste, Hurka und Grieben entstehen. An Heiligabend stehen Halászlé, Töltött káposzta, Bejgli und Szaloncukor auf dem Tisch. Auf den Weihnachtsmärkten gibt es Kürtőskalács, Glühwein (forralt bor) und Langos.
Wo Sie in Ungarn am besten essen
Die verschiedenen Gaststätten-Typen
- Étterem: Das klassische Restaurant.
- Vendéglő: Ein einfacheres, oft familiengeführtes Gasthaus mit Hausmannskost.
- Csárda: Das traditionelle Gasthaus auf dem Land oder an Landstraßen, oft mit rustikalem Ambiente und manchmal mit Zigeunermusik. Seit 2025 ist die Csárda als Institution selbst ein Hungarikum.
- Kifőzde: Eine einfache Garküche mit günstigem Mittagstisch.
- Bisztró: Moderne, oft kreative Küche mit ungarischen Wurzeln.
- Cukrászda: Die Konditorei, der Ort für Torten, Eis und Kaffee.
- Borozó: Eine einfache Weinstube, oft mit Fröccs vom Fass.
- Pince: Weinkeller, häufig mit Verkostung und kleinen Speisen.
Das Mittagsmenü (Napi menü)
Ein echter Geheimtipp für Ihre Reisekasse: Viele Restaurants bieten unter der Woche ein Napi menü (Tagesmenü) an, meist Suppe und Hauptgericht zu einem deutlich günstigeren Preis als à la carte. Achten Sie auf Tafeln vor dem Eingang.
Märkte
Ein Besuch auf einem ungarischen Markt (piac) ist ein Muss für Genießer. Die Große Markthalle (Nagy Vásárcsarnok) in Budapest ist die bekannteste, aber auch die Markthallen in Szeged, Debrecen, Pécs oder die Wochenmärkte am Balaton lohnen sich. Im Obergeschoss vieler Markthallen finden Sie Imbissstände mit Lángos, Hurka und Pörkölt.
Trinkgeld und Servicegebühr
In vielen Budapester Restaurants wird mittlerweile automatisch eine Servicegebühr (szervízdíj) auf die Rechnung aufgeschlagen, meist um die 10 bis 15 Prozent. Prüfen Sie deshalb Ihre Rechnung, bevor Sie zusätzlich Trinkgeld geben. Wo keine Servicegebühr berechnet wird, sind etwa 10 Prozent üblich. Trinkgeld wird in Ungarn traditionell beim Bezahlen genannt und nicht auf dem Tisch liegen gelassen.
Ungarische Spezialitäten als Mitbringsel
Sie möchten ein Stück Ungarn mit nach Hause nehmen? Diese Produkte eignen sich hervorragend:
- Paprikapulver aus Szeged oder Kalocsa, idealerweise in der Dose statt im Tütchen, da es so länger aromatisch bleibt.
- Paprikacreme wie Piros Arany oder Erős Pista.
- Wintersalami von Pick oder Herz.
- Tokaji Aszú oder eine Flasche guten Furmint.
- Pálinka von einer guten Brennerei, gerne auch als Geschenkset mit kleinen Flaschen.
- Unicum als Klassiker in der typischen Kugelflasche.
- Akazienhonig, einer der mildesten und hellsten Honige Europas.
- Szaloncukor in der Weihnachtszeit.
- Gänseleberpastete in der Dose.
- Tarhonya oder getrocknete Nudeln für Ihr erstes eigenes Pörkölt.
Tipp: Kaufen Sie Paprika, Salami und Honig lieber im Supermarkt oder auf dem Markt als in Souvenirläden. Die Qualität ist oft gleich oder besser, der Preis deutlich niedriger. Achten Sie beim Paprika auf die Herkunftsangabe, denn nicht jedes Paprikapulver mit ungarischer Aufmachung stammt tatsächlich aus Ungarn.
Kleiner Speisekarten-Sprachführer
Die ungarische Sprache wirkt auf den ersten Blick undurchdringlich. Mit ein paar Regeln zur Aussprache und den wichtigsten Begriffen kommen Sie aber gut durch jede Speisekarte.
Aussprache-Grundregeln
| Buchstabe | Aussprache | Beispiel |
|---|---|---|
| s | sch | Somlói = „Schomloi“ |
| sz | s (scharf) | Szeged = „Seged“ |
| cs | tsch | Csabai = „Tschabai“ |
| zs | stimmhaftes sch (wie in „Journal“) | Zserbó |
| gy | dj | Gulyás = „Gujaasch“ |
| ly | j | Gulyás |
| a | offenes o (zwischen a und o) | Paprika |
| á | langes a | Paa-linka |
| ő, ű | lange ö und ü | Pörkölt, Túró |
Die Betonung liegt im Ungarischen immer auf der ersten Silbe.
Wichtige Begriffe auf der Speisekarte
| Ungarisch | Deutsch |
|---|---|
| Leves | Suppe |
| Előétel | Vorspeise |
| Főétel | Hauptgericht |
| Köret | Beilage |
| Desszert / Édesség | Nachtisch |
| Sertés | Schwein |
| Marha | Rind |
| Borjú | Kalb |
| Csirke | Huhn |
| Kacsa | Ente |
| Liba | Gans |
| Hal | Fisch |
| Burgonya / Krumpli | Kartoffel |
| Rizs | Reis |
| Tészta | Nudeln / Teig |
| Tejföl | Sauerrahm |
| Túró | Quark |
| Sajt | Käse |
| Káposzta | Kohl / Kraut |
| Gomba | Pilz |
| Csípős | Scharf |
| Rántott | Paniert |
| Sült | Gebraten |
| Töltött | Gefüllt |
| Vegetáriánus | Vegetarisch |
Nützliche Sätze im Restaurant
- Jó étvágyat! – Guten Appetit!
- Egészségedre! / Egészségünkre! – Prost!
- A számlát, kérem. – Die Rechnung, bitte.
- Köszönöm, nagyon finom volt. – Danke, es war sehr lecker.
- Nem kérek húst. – Ich möchte kein Fleisch.
- Finom volt! – Es war sehr lecker.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist die bekannteste ungarische Spezialität?
International ist das Gulasch die bekannteste ungarische Spezialität. In Ungarn selbst meint man mit Gulyás aber eine Suppe. Das Schmorgericht, das man im deutschsprachigen Raum als Gulasch kennt, heißt in Ungarn Pörkölt.
Was ist der Unterschied zwischen Gulyás und Pörkölt?
Gulyás ist eine Suppe mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Pörkölt ist ein dickes Schmorgericht aus Fleisch, sehr vielen Zwiebeln und Paprika, das mit Nockerl oder Kartoffeln serviert wird.
Ist die ungarische Küche sehr scharf?
Nein, meist nicht. Die meisten Gerichte werden mit edelsüßem Paprika zubereitet und sind eher würzig als scharf. Wer es feuriger mag, kann mit Erős Pista oder frischen scharfen Paprikaschoten nachwürzen, die in vielen Restaurants auf Nachfrage gereicht werden. Ausnahmen sind etwa Halászlé oder die Csabai-Wurst, die oft deutlich schärfer ausfallen.
Was ist ein Hungarikum?
Ein Hungarikum ist ein offiziell anerkannter nationaler Wert, der typisch für Ungarn ist und in einer gesetzlich geregelten Sammlung geführt wird. Viele Hungarika sind Lebensmittel und Getränke, zum Beispiel Pálinka, Tokaji Aszú, Lángos, Dobostorte oder die Wintersalami.
Welche ungarischen Gerichte sind vegetarisch?
Gut geeignet sind Rántott sajt (panierter Käse), Lecsó ohne Wurst, Főzelék ohne Fleischauflage, Káposztás tészta, Túrós csusza ohne Speck, Lángos, Gombapaprikás (Pilzpaprikasch) sowie fast alle Süßspeisen. Fragen Sie im Restaurant aber nach, denn viele Gerichte werden mit Schmalz zubereitet.
Was sollte man am Balaton unbedingt essen?
Probieren Sie den Balatoni fogas (Zander), frittierte Keszeg an der Strandbude, einen frischen Lángos und dazu einen Weißwein aus Badacsony oder einen kühlen Fröccs.
Welche ungarische Süßspeise ist die berühmteste?
Die Dobostorte ist international die bekannteste ungarische Torte und seit 2019 ein Hungarikum. Unter den Ungarn selbst gilt die Somlói galuska oft als Lieblingsdessert.
Was trinkt man in Ungarn zum Essen?
Zum Essen trinkt man Wein, Fröccs, Bier oder Mineralwasser. Vor dem Essen wird gerne ein Pálinka als Aperitif angeboten, nach dem Essen ein Unicum als Digestif.
Kann man ungarische Spezialitäten in Deutschland kaufen?
Ja. Paprikapulver, Paprikacreme, Wintersalami, Tokajer und Pálinka finden Sie in gut sortierten Supermärkten, Feinkostläden und bei spezialisierten Online-Shops für ungarische Lebensmittel. Frische Produkte wie Túró Rudi oder guter ungarischer Quark sind außerhalb Ungarns allerdings schwer zu bekommen.
Ungarische Spezialitäten sind weit mehr als Gulasch und Paprika. Sie erzählen von Hirten in der Puszta, vom Glanz der Budapester Kaffeehäuser, von Familientraditionen an Weihnachten und von langen Sommertagen am Balaton. Wer die Unterschiede zwischen Gulyás und Pörkölt kennt, wer weiß, dass ein Fröccs nicht einfach eine Schorle ist, und wer sich traut, auch einmal einen Főzelék oder eine kalte Sauerkirschsuppe zu bestellen, wird die ungarische Küche von einer ganz neuen Seite erleben.
Unser Tipp zum Schluss: Essen Sie dort, wo die Einheimischen essen. Ein einfacher Vendéglő mit Tagesmenü, eine Markthalle am Samstagvormittag oder eine Strandbude am Balaton bieten oft authentischere Genussmomente als die Touristenrestaurants an den großen Plätzen.
Jó étvágyat, und viel Freude beim Entdecken Ihrer ungarischen Lieblingsspezialität!













