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Was lohnt sich in Ungarn zu kaufen?

Was lohnt sich in Ungarn zu kaufen? Die besten regionalen Produkte und Handwerkskunst.
DateSep. 3, 2024

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Zuletzt aktualisiert am: 2026-09-05

Was lohnt sich in Ungarn zu kaufen? Der große Einkaufsführer für Spezialitäten, Handwerk und Mitbringsel

Ungarn ist ein Land, in dem Einkaufen lohnt – wenn Sie die richtigen Dinge kaufen. Importierte Elektronik, internationale Modeketten und Markenparfum zahlen Sie hier oft teurer als in Deutschland oder Österreich. Der Grund ist simpel: Ungarn erhebt mit 27 Prozent den höchsten Mehrwertsteuersatz in der Europäischen Union. Lokale Spezialitäten, Handwerk und regionale Lebensmittel spielen nach anderen Regeln. Viele davon sind geschützte Ursprungsprodukte, oft frischer, oft günstiger und vor allem authentischer als das, was Sie später im Feinkostregal zu Hause finden.

Dieser Guide beantwortet die Frage, die fast jeder Gast stellt: Was lohnt sich in Ungarn zu kaufen – und was lassen Sie besser stehen? Sie finden konkrete Produktempfehlungen, Qualitätsmerkmale zum Erkennen echter Ware, Einkaufsadressen in Budapest und am Balaton, Preisorientierungen, Zollregeln für die Heimreise und eine ehrliche Liste dessen, was Sie nicht kaufen sollten.

Kurzantwort: Paprika aus Szeged oder Kalocsa, vakuumierte Wintersalami, Akazienhonig, Tokaji-Wein, lizenzierter Pálinka, Unicum, echte Stickerei, Herend- oder Zsolnay-Porzellan und Heilschlammprodukte aus Hévíz. Alles andere prüfen Sie gegen Herkunft, Preis und Reisegepäck.


Inhaltsverzeichnis

  1. Warum lokale Produkte in Ungarn oft die bessere Wahl sind
  2. Der schnelle Überblick: Was sich wirklich lohnt
  3. Ungarische Delikatessen und Spezialitäten
  4. Wein, Pálinka und ungarische Spirituosen
  5. Kunsthandwerk, Stickerei, Porzellan und Keramik
  6. Mode, Lederwaren und Design
  7. Wellness-, Heilschlamm- und Kosmetikprodukte
  8. Kunst, Antiquitäten und Musikinstrumente
  9. Wo Sie in Ungarn am besten einkaufen
  10. Was Sie in Ungarn nicht kaufen sollten
  11. Zoll, Mehrwertsteuer und das Packen
  12. Praktische Einkaufstipps
  13. Häufige Fragen

Warum lokale Produkte in Ungarn oft die bessere Wahl sind

Die ungarische Mehrwertsteuer (ÁFA) liegt im Standardsatz bei 27 Prozent. Ermäßigt werden 18 Prozent und 5 Prozent auf ausgewählte Lebensmittel, Bücher, Medikamente, Beherbergung und Gastronomie ohne Alkohol. Für importierte Konsumgüter bedeutet der hohe Satz plus Transport und Handelsspanne: Der Fernseher, die Designerjeans und das französische Parfum sind in Ungarn selten ein Schnäppchen.

Bei ungarischen Erzeugnissen dreht sich das Bild. Paprika, Salami, Honig, Wein und Pálinka werden im Land erzeugt. Sie umgehen Importaufschläge, sind oft frischer und tragen häufig ein EU-Qualitätssiegel:

  • g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung): Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung in einem festgelegten Gebiet. Beispiele: Szegedi fűszerpaprika-őrlemény, Kalocsai fűszerpaprika-őrlemény, Tokaji Aszú.
  • g.g.A. (geschützte geografische Angabe): Mindestens eine Herstellungsstufe im Gebiet. Beispiel: Gyulai kolbász.
  • Hungarikum: Nationale Auszeichnung für Produkte und Traditionen, die als besonders ungarisch gelten. Dazu zählen unter anderem Pick-Téliszalámi, Erős Pista, Unicum, ungarischer Akazienhonig und Ilcsi-Naturkosmetik.

Ein Hungarikum ist kein gesetzliches Qualitätssiegel wie die g.U., aber ein guter Hinweis: Das Produkt gehört zum kulturellen Kernbestand. Für Sie als Käuferin oder Käufer heißt das vor allem: Kaufen Sie ungarisch, wenn Sie Qualität und Preis kombinieren wollen. Kaufen Sie importiert nur, wenn Sie den Artikel wirklich brauchen und den Aufpreis bewusst zahlen.


Der schnelle Überblick: Was sich wirklich lohnt

ProduktWarum es sich lohntWorauf Sie achtenUngefähre Preisspanne (2026)
PaprikapulverBesser, frischer, günstiger als im WestenHerkunft Szeged oder Kalocsa, Qualitätsstufe, MHD200-800 Ft je 100 g (ca. 0,55-2,20 EUR)
PaprikapasteAlltagswürze, leicht zu transportierenErős Pista (scharf), Piros Arany (milder)wenige hundert Forint je Tube
WintersalamiKlassiker, haltbar, vakuumierbarPick oder Herz, Edelschimmel, Vakuum3.500-6.000 Ft je 100 g Premium
PaprikawurstRegionaltypisch, oft günstigerGyulai, Csabai, Debrecenistark abhängig von Markt und Qualität
AkazienhonigWeltklasse, leicht, universelles GeschenkDirekt vom Imker, akácméz1.500-3.500 Ft je 500 g
Tokaji-WeinHistorisch einzigartig, im Ursprungsland fairer PreisAszú ab 120 g Restzucker/l, oder trockener Furmintstark streuend, Aszú oft ab ca. 8.000-15.000 Ft
PálinkaGeschützte FruchtspirituoseLizenzierte Marke, 100 % Frucht, riechen vor dem Kauf3.000-15.000 Ft je 0,5 l
UnicumUngarns KräuterlikörOriginal, Szilva oder RiservaSupermarktpreis, Minis als Geschenk
StickereiEchtes Handwerk, wenn handgenähtRückseite prüfen, Region nennen lassenkleine Stücke ab wenigen Tausend Ft, echte Tracht teuer
Herend/ZsolnayWeltniveau, vor Ort authentischHerstellerladen, BodenmarkeEinzelstücke bis Sammlerpreise
Hévíz-SchlammRegionaltypisches WellnessproduktKauf vor Ort oder in Fachlädenabhängig von Packungsgröße
Handgemachte KeramikAlltagsstück mit HerkunftTöpfername, kein ChinastempelBecher und Schalen oft 2.000-8.000 Ft

Preise in Forint schwanken mit Kurs und Saison. Rechnen Sie grob mit etwa 360-370 Forint je Euro. Die Tabelle dient der Orientierung, nicht als Festpreis.


Ungarische Delikatessen und Spezialitäten

Wenn Sie nur eine Kategorie mitnehmen: Lebensmittel. Sie sind leicht zu erklären, passen in den Koffer und erinnern Sie später wirklich an Ungarn – nicht an ein beliebiges Souvenirregal.

Paprika: das rote Gold, das Sie nicht überschätzen können

Ungarischer Paprika ist kein Marketingbegriff. Szeged und Kalocsa sind die klassischen Anbaugebiete an der unteren Donau und Theiß. Beide Paprikapulver tragen eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Das Pulver dort ist farbstärker, aromatischer und oft deutlich günstiger als die verblasste Dose im deutschen Supermarkt.

Kaufen Sie nicht „irgendein rotes Pulver im Stoffsäckchen“. Lesen Sie das Etikett.

Qualitätsstufen nach dem ungarischen Lebensmittelbuch:

  • Különleges (besondere Qualität): tiefrot, fein, aromatisch, höchster Farbwert. Die erste Wahl zum Kochen und Verschenken.
  • Csemege (Delikatess): etwas heller, weiterhin sehr gut.
  • Édesnemes (edelsüß): der Alltagsstandard vieler ungarischer Haushalte. Gut für Gulasch, Pörkölt und Paprikahendl.
  • Rózsa (Rosenpaprika): blasser, oft leicht schärfer, günstiger.

Schärfe steht zusätzlich auf der Packung:

  • édes – süß, nicht scharf
  • csípős oder erős – scharf
  • füstölt – geräuchert

Ein praktischer Einkauf: mindestens zwei Sorten, eine süße Különleges oder Csemege und eine scharfe. Wer kocht, nimmt zusätzlich geräucherten Paprika mit. Die klassischen roten Stoffbeutel sehen nach Geschenk aus, sind aber nur so gut wie der Inhalt. Frische Ware finden Sie im Erdgeschoss der Großen Markthalle in Budapest, in Markthallen von Szeged und Kalocsa, in guten Feinkostläden und oft auch im ungarischen Supermarkt – dort zu Alltagspreisen, ohne Touristenaufschlag.

Paprika vom Flughafenregal ist häufig älter und teurer. Dasselbe gilt für viele Stände an der Váci utca.

Paprikapaste: Erős Pista und Piros Arany

Zwei Tuben gehören in fast jede ungarische Küche und sind als Hungarikum anerkannt:

  • Erős Pista („der scharfe Stefan“): grob zerkleinerte scharfe Paprika, salzig, intensiv. Ein Klecks in die Gulaschsuppe, zum Grillfleisch, in Eintöpfe.
  • Piros Arany („rotes Gold“): glattere, mildere Paprikacreme, oft die Allzweckwürze.

Beide sind leicht, bruchsicher und halten sich lange. Für Mitbringsel sind sie unterschätzt: Wer nicht kocht, versteht eine Tube sofort, sobald sie das erste Mal ins Rührei wandert.

Salami, Kolbász und Mangalica

Pick Téliszalámi aus Szeged ist seit 1869 die bekannteste ungarische Wintersalami. Der weiße Edelschimmelmantel ist Absicht, kein Verderb. Die Salami wird dünn geschnitten, auf Brot gelegt, oft mit Paprika und Zwiebel. Die Marke Herz steht in derselben Liga. Beide Produkte gelten als Hungarikum.

Zum Reisen: ganze Stangen oder vakuumierte Abschnitte. Vakuum ist sauberer im Koffer und an der Sicherheitskontrolle unauffälliger. In der Großen Markthalle zahlen Sie für Premiumware grob 3.500-6.000 Forint je 100 Gramm. Im Supermarkt ist Alltagsaufschnitt günstiger, aber weniger repräsentativ als Geschenk.

Neben der Wintersalami lohnen sich:

  • Paprikás kolbász – Paprikawurst, luftgetrocknet oder geräuchert
  • Gyulai kolbász (g.g.A.) – geräuchert, paarweise, würzig, aus Gyula und Békéscsaba
  • Csabai kolbász – oft schärfer, ebenfalls Hungarikum
  • Debreceni páros kolbász – die klassische Debrecener, in Ungarn oft noch näher am Original als die deutsche Grillwurst gleichen Namens
  • Wildwürste mit Reh, Hirsch oder Wildschwein – saisonal, kräftiger, teurer

Mangalica (Mangalitza) ist das wollhaarige ungarische Schwein mit hohem Fettanteil. Schinken, Speck und Salami daraus sind intensiver und teurer als Standardware. Wenn Sie einmal hochwertigen ungarischen Schinken kaufen wollen, ist Mangalica die nachvollziehbare Wahl – nicht die billigste, aber eine mit Herkunft.

Gänseleber (libamáj) wird in Ungarn in großen Mengen erzeugt und auf Märkten angeboten. Sie ist eine klassische Delikatesse und zugleich umstritten, weil die Stopfmast tierethisch kritisiert wird. Ob Sie sie kaufen, bleibt Ihre Entscheidung. Haltbare Gläser und Pasteten reisen besser als Frischware.

Für Reisende innerhalb der EU gilt: Fleisch- und Milchprodukte dürfen Sie für den eigenen Verbrauch mitnehmen. Wer nach Großbritannien, in die USA oder in andere Drittstaaten fliegt, muss Fleischprodukte oft zurücklassen. Prüfen Sie die Regeln Ihres Ziellandes, bevor Sie den Koffer mit Salami füllen.

Honig, Eingelegtes, Zwiebel und süße Mitbringsel

Ungarischer Akazienhonig (akácméz) gehört zu den unterschätztesten Einkäufen. Ungarn ist ein bedeutender Erzeuger. Guter Akazienhonig ist hell, flüssig, feinblumig und weniger aufdringlich süß als viele Mischhonige. Kaufen Sie ihn vom Imkerstand auf dem Markt oder im Reformhaus, nicht die anonyme Bärenflasche. 500-Gramm-Gläser liegen oft bei 1.500-3.500 Forint. Linden-, Sonnenblumen- und Waldhonig sind ebenfalls regionaltypisch.

Savanyúság – eingelegtes Gemüse – ist ungarischer Alltag, kein Souvenirklischee. Gurken, Paprika, Blumenkohl, Kohl und Kirschpaprika stehen in großen Gläsern. In der Kellerebene der Großen Markthalle finden Sie Auswahl ohne Touristenbühne. Vecsési savanyú káposzta, der Sauerkraut aus Vecsés, ist sogar ein Hungarikum. Für die Heimreise eignen sich fest verschlossene Gläser im aufrecht gepackten Koffer.

Makóer Zwiebel ist eine geschützte Spezialität, als Mitbringsel aber unpraktisch. Wer in der Region einkauft, kocht sie vor Ort.

Im Süßen lohnen sich:

  • Szamos-Marzipan – die bekannteste ungarische Marzipantradition, Figuren und Pralinen, plus Marzipanlikör
  • Szaloncukor – das ungarische Weihnachtsbonbon, sinnvoll vor allem in der Adventszeit
  • Túró Rudi – Quarkriegel mit Schokolade, frisch essen, kaum ein Reiseprodukt
  • Kürtőskalács-Backmischung – wenn Sie den Baumstriezel zu Hause nachbacken wollen; frischer Kürtőskalács selbst überlebt die Fahrt nicht

Marzipanlikör und Tojáslikőr (Eierlikör) finden Sie in Supermärkten und Destillerieläden. Qualität schwankt. Bei Likören gilt dasselbe wie beim Pálinka: bekannte Abfüller vor namenlosen Flaschen mit Trachtenetikett.

Käse, Fett und Vorratsküche

Ungarn ist kein klassisches Käseland wie Frankreich, hat aber gute Bauernkäse, Schafskäse (juhsajt) und geräucherte Sorten auf Erzeugermärkten. Am Balaton, besonders auf dem Liliomkert in Káptalantóti, kaufen Sie häufig direkt bei der Käserei. Frischkäse braucht Kühlung. Hartkäse und Vakuumware reisen besser.

Tepertő (Grammeln) und Mangalica-Schmalz sind ungarische Vorratsküche. Als Mitbringsel nur sinnvoll, wenn Sie wirklich damit kochen und die Ware kühl lagern können.

Für Naturkost, Tees und unverpackte Vorräte lohnt ein Blick in ungarische Reformhäuser. Suchen Sie nach den Begriffen Biobolt oder Egészségbolt. Eine Übersicht für die Balaton-Region finden Sie unter Reformhäuser und Bioläden in Ungarn.


Wein, Pálinka und ungarische Spirituosen

Alkohol ist in Ungarn oft das Mitbringsel mit dem besten Verhältnis aus Geschichte, Geschmack und Preis – vorausgesetzt, Sie kaufen nicht die erste Flasche am Touristenstand.

Tokaji: der König unter den Weinen, und seine trockenen Geschwister

Die Tokajer Weinregion im Nordosten Ungarns gilt als eines der ältesten klassifizierten Weinbaugebiete der Welt. Die Klassifikation reicht ins 18. Jahrhundert zurück. Ludwig XIV. wird der Satz vom „Wein der Könige, König der Weine“ zugeschrieben. Marketing ist das erst heute. Historisch war Tokaji Aszú ein diplomatisches Geschenk europäischer Höfe.

Tokaji Aszú entsteht aus edelfaulen Beeren (Aszú-Beeren), vor allem Furmint und Hárslevelű. Seit dem Jahrgang 2013 gilt: Aszú muss mindestens 120 Gramm Restzucker je Liter haben. Das entspricht der früheren Stufe „5 Puttonyos“. Die Angabe der Puttonyos-Zahl ist nicht mehr Pflicht. Wenn sie steht, bedeutet 6 Puttonyos in der Regel mindestens 150 Gramm Restzucker je Liter. Die ganz seltene Eszencia ist noch konzentrierter und teuer.

Für die meisten Koffer ist ein guter Aszú das spektakulärste Weingeschenk aus Ungarn. Für den eigenen Keller lohnt zusätzlich:

  • trockener Furmint – mineralisch, säurebetont, oft überraschend gut und günstiger als der süße Ruhm
  • Hárslevelű (Lindenblättriger) – aromatischer, weicher
  • Szamorodni – trocken oder süß, aus gemischter Lese mit und ohne Edelfäule
  • Late Harvest / késői szüretelésű – süß, aber leichter und günstiger als Aszú

Kaufen Sie Tokaji nicht blind am Marktstand, wenn Sie mehr als eine Alltagsflasche wollen. In Budapest ist Bortársaság (Wein-Gesellschaft) die seriöse Adresse: Beratung, Herkunft, Lagerung. Im Tokajer Gebiet selbst kaufen Sie beim Weingut – mit Verkostung, oft mit besserem Preis und einer Geschichte zur Flasche.

Badacsony, Balaton und die restliche Weinkarte

Am Nordufer des Balaton liegt Badacsony, ein vulkanisches Weißweingebiet. Typisch sind Olaszrizling (Welschriesling), Szürkebarát (Grauburgunder) und der seltene Kéknyelű, der als Hungarikum gilt. Wer in der Region unterwegs ist, kauft direkt beim Winzer. Die Keller sind oft Familienbetriebe. Sie verkosten, Sie reden, Sie fahren mit Kartons im Kofferraum nach Hause.

Weitere Regionen, die sich lohnen:

  • Eger – Egri Bikavér („Stierblut“), die bekannte Cuvée, heute oft eleganter als der Ruf aus den 1980ern
  • Villány – kräftige Rotweine, Cabernet und Kékfrankos (Blaufränkisch)
  • Sopron – Kékfrankos nahe der österreichischen Grenze
  • Szekszárd – Bikavér in einer zweiten, oft wärmeren Interpretation
  • Somló – kleiner Vulkankegel, eigenwillige Weißweine für Kenner

Törley-Sekt aus Budafok bei Budapest ist Ungarns bekanntester Schaumwein und ebenfalls ein Hungarikum. Für Feiern und Mitbringsel eine unkomplizierte Wahl, wenn Sie keinen stillen Wein wollen.

Und der ehrliche Discounter-Tipp aus dem Alltag vieler Deutscher am Balaton: Ungarischer Wein bei Lidl und anderen Ketten ist für den Preis oft erstaunlich fruchtig und trinkbar. Das ersetzt kein Weingut und keinen Aszú. Für den Abend auf der Terrasse und den Karton im Kofferraum ist es eine vernünftige Lösung.

Pálinka: nur echter Obstbrand verdient den Namen

Pálinka ist keine generische Schnapsflasche mit Paprikamotiv. Rechtlich ist Pálinka eine geschützte Fruchtspirituose: Sie muss in Ungarn aus in Ungarn gewachsenem Obst gebrannt werden, ohne Zuckerzusatz und ohne Neutralalkohol. Was diese Bedingungen nicht erfüllt, darf sich nicht Pálinka nennen – auch wenn der Touristenstand das Etikett anders sieht.

Klassische Sorten:

  • Szilva – Pflaume, der Inbegriff, oft aus Szatmár
  • Barack – Aprikose, besonders rund Kecskemét
  • Körte – Birne
  • Cseresznye / meggy – Süßkirsche / Sauerkirsche
  • Birs – Quitte
  • Vegyes – gemischtes Obst, oft alltäglicher

Ágyas pálinka reift auf Frucht im Glas. Der Geschmack ist weicher, der Preis höher. Qualitätsmarken, die Sie ohne Expertenwissen kaufen können: Zwack, Agárdi, Panyolai, Árpád. Handwerkliche Brenner kosten mehr (oft 5.000-15.000 Forint je 0,5 Liter) und sind das bessere Geschenk.

Hausgemachter Pálinka auf dem Dorf oder Markt kann hervorragend sein. Er kann auch unkontrolliert, zu hochprozentig oder schlicht schlecht sein. Für Mitbringsel und den Koffer empfehlen sich lizenzierte Abfüllungen. Riechen Sie vor dem Kauf: Guter Pálinka duftet nach Frucht, nicht nach Desinfektionsmittel. Deko-Flaschen in Trachtenform sind fast immer die schlechtere Wahl.

In Budapest finden Sie Auswahl in der Großen Markthalle (Qualität prüfen), in Spirituosenläden, bei Bortársaság und im Unicum-Besucherzentrum. Das Pálinka-Museum vertieft die Auswahl, wenn Sie sich Zeit nehmen.

Unicum und andere Flaschen

Unicum von Zwack ist Ungarns Kräuterlikör: dunkel, bitter, nach geheim gehaltener Rezeptur aus Dutzenden Kräutern. Das Original trinken viele als Digestif. Unicum Szilva (mit Pflaume) ist zugänglicher. Unicum Riserva reift zusätzlich in Fässern, unter anderem in Tokajer Gebinden, und ist das Mitbringsel für Menschen, die schon „irgendeinen Kräuterlikör“ besitzen.

Das Zwack-Museum in Budapest (Dandár utca, IX. Bezirk) verbindet Führung, Keller und Verkostung. Im Shop gibt es Miniflaschen, die sich als Geschenk besser eignen als eine Literflasche, die niemand austrinkt.

Daneben: Marzipanlikör, Eierlikör, Obstliköre. Kaufen Sie nach Geschmack, nicht nach Folkloreetikett.


Kunsthandwerk, Stickerei, Porzellan und Keramik

Hier trennt sich das Mitbringsel vom Importmüll. Echte ungarische Textilkunst und Porzellan kosten Zeit. Deshalb kosten sie Geld. Ein fünf-Euro-Tuch mit aufgedrucktem Blumenmuster ist keine Kalocsa-Stickerei.

Stickereien: Kalocsa, Matyó und was die Rückseite verrät

Zwei Stilrichtungen sollten Sie kennen:

Kalocsa stammt aus der Stadt Kalocsa in der Großen Tiefebene. Die Stickerei begann einfarbig weiß und wurde im 20. Jahrhundert farbig: Rosen, Paprika, Nelken, Tulpen, kleine Löcherstickerei. Kein Stück gleicht dem anderen wirklich, wenn es handgearbeitet ist.

Matyó kommt aus Mezőkövesd, Tard und Szentistván. Die dichte, farbstarke Blumenstickerei – oft auf schwarzem Grund, mit der Matyó-Rose als Leitmotiv – steht seit 2012 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Echte Matyó-Arbeit ist kein Massenprodukt.

Sie finden Stickerei auf Tischläufern, Kissen, Blusen, Schürzen, Servietten und gerahmten Bildern. Kleine Stücke (Servietten, Lesezeichen, Beutel) reisen leicht und bleiben bezahlbar. Eine handgestickte Bluse oder Tischdecke ist ein Erbstück und entsprechend teuer.

So erkennen Sie Handarbeit: Drehen Sie das Stück um. Handstickerei zeigt kleine Unregelmäßigkeiten, Knoten, lebendige Spannung. Maschinenware ist auf der Rückseite oft zu sauber und vorn zu gleichmäßig. Fragen Sie nach der Region und der Stickerin. „Ungarische Blumen“ ohne Herkunft ist kein Argument.

Gute Adressen: Volkskunstläden in Budapest (zum Beispiel der Népművészeti Bolt in der Régi Posta utca), ausgewählte Stände im Obergeschoss der Großen Markthalle (streng prüfen), Märkte in Kalocsa und Mezőkövesd, Handwerkerstände am Balaton. Mehr zum Thema Tracht, Second Hand und regionale Mode finden Sie im Guide Kleidung kaufen in Ungarn.

Halaser Spitze

Die Nadelspitze aus Kiskunhalas (Halasi csipke) ist eine der feinsten ungarischen Textilkünste: hauchdünn, mit Dutzenden eigenen Stichen, seit 1902 in der heutigen Form. Echte Halaser Spitze kaufen Sie im Spitzenhaus und Museum vor Ort, nicht als billiges Deckchen am Touristenstand. Sie ist ein Sammlerstück, kein Impulskauf.

Porzellan: Herend, Zsolnay und die günstigere Alternative

Herend (gegründet 1826) gehört zum weltweiten Porzellan-Spitzenfeld. Jedes Stück wird handbemalt. Königshäuser sammelten es, Sammler tun es heute. Ein einzelnes Gedeck, eine kleine Figur oder eine Dose ist ein ernstes Mitbringsel – und ein ernstes Budget.

Kaufen Sie Herend im Herstellerladen, nicht „im Herend-Stil“ auf dem Markt. In Budapest liegen Palais Herend (József nádor tér 10-11) und der Laden Belvedere (Andrássy út 16) zentral. In der Stadt Herend selbst, westlich von Veszprém und gut vom Balaton erreichbar, gibt es das Besucherzentrum Porcelanium: Minimanufaktur, Museum und den Victoria Brand Shop. Führungen zeigen Drehen und Malen. Der Shop hat oft eine breitere Auswahl als die Hauptstadtboutiquen. Typische Öffnungszeiten der Minimanufaktur: Dienstag bis Sonntag, der Markenshop oft täglich; prüfen Sie vor der Anfahrt die aktuellen Zeiten, Feiertage und ob Montag geschlossen ist.

Zsolnay aus Pécs steht für eine andere Ästhetik: Jugendstil, Architekturkeramik, die irideszierende Eosin-Glasur, die Sie von Dächern in Budapest kennen (Museum für Kunstgewerbe, Matthias-Kirche). Zsolnay ist oft etwas zugänglicher als Herend, bleibt aber Kunsthandwerk, kein Ramsch. Offizielle Läden in Budapest finden Sie ebenfalls am József nádor tér sowie an der Andrássy út und nahe Astoria.

Hollóháza ist die pragmatische Alternative: ungarisches Porzellan, erkennbar, günstiger, alltagstauglicher. Der Flagshipstore in Budapest liegt in der Falk Miksa utca.

Unverzichtbar: die Bodenmarke. Ohne Herend-, Zsolnay- oder Hollóháza-Stempel ist „ungarisches Porzellan“ oft Import.

Keramik vom Töpfer, nicht vom Container

Traditionelle ungarische Keramik trägt kräftige Farben, stilisierte Blumen, manchmal Sgraffito. Historische Töpferzentren sind unter anderem Hódmezővásárhely, Mezőtúr und Dörfer mit Palóc-Tradition. Auf Märkten mischen sich Atelierware und Fabrikimport.

Kaufen Sie Stücke, die Sie benutzen wollen: Becher, Schalen, Krüge. Fragen Sie nach dem Namen der Werkstatt. Am Balaton gibt es zeitgenössische Ateliers neben der Volkskunst. Ein Beispiel südlich des Sees ist das Atelier Flora in Somogyszentpál, das handgedrehte Alltagskeramik fertigt und auch nach Deutschland versendet.

Keramik ist schwer und zerbrechlich. Wickeln Sie in Kleidung, nutzen Sie Handgepäck für Einzelstücke oder lassen Sie den Versand vom Atelier machen. Das ist oft günstiger als ein zerstörter Kofferinhalt.


Mode, Lederwaren und Design

Ungarn ist kein Outlet-Paradies für internationale Ketten. Es ist ein Land, in dem Lederhandwerk, Maßschuhe und lokale Designer noch existieren – und in dem Secondhand oft überraschend gut ist.

Lederwaren und der echte Budapester

Handgefertigte Taschen, Gürtel und Schuhe sind in Ungarn häufig günstiger als vergleichbare Arbeit in Deutschland, Österreich oder Italien – nicht billig, aber preiswürdig. Achten Sie auf Vollleder, Nähte, Futter und den Namen der Werkstatt.

Die Budapester (Budapest last) sind ein Schuhleisten mit leicht gerundeter, markanter Kappe. Der Name kommt aus der ungarischen Schuhmachertradition des 19. und 20. Jahrhunderts und bezeichnet heute ein klassisches Herrenhalbschuh-Modell weltweit. In Budapest fertigen Werkstätten wie Vass, Attila Cipő oder andere Maßschuhmacher noch nach diesem Anspruch. Ein Paar handgemachter Schuhe ist kein Souvenir für den letzten Nachmittag. Es ist eine Anprobe, oft Maß oder Made-to-Order, und eine Investition für Jahre.

Günstigere, solide Lederwaren finden Sie in Fachgeschäften abseits der Váci utca und auf regionalen Märkten. Taschen mit „Leder“-Aufdruck ohne Geruch und Gewicht sind Kunststoff.

Designer und Boutiquen

Nanushka ist die international bekannteste ungarische Modemarke der letzten Jahre. In Budapest kaufen Sie die Kollektion ohne Auslandsaufschlag der Boutique in Paris oder London – nicht zum Discounterpreis, aber oft günstiger als im Export. Daneben gibt es viele kleinere Labels im jüdischen Viertel, rund um Gozsdu Udvar, in der Andrássy-Nebenstraßenlage und in Konzeptstores.

In Hévíz lohnt die Fußgängerzone um die Erzsébet királyné utca: kleine Boutiquen, oft mit ungarischen Labels, Leder und Wellnessbedarf, ohne Budapester Touristenmiete. Am Balaton allgemein: Tihany, Keszthely, Balatonfüred und die Sonntagsmärkte.

Internationale Ketten (H&M, C&A, Reserved) sparen Sie kein Geld gegenüber Deutschland. Wer vertraute Läden sucht, findet eine Übersicht unter Einkaufen in Ungarn: Vertraute Geschäfte.

Secondhand und Vintage

Ungarn hat eine dichte Secondhand-Kultur. Ketten wie Háda (unter anderem in Keszthely) und lokale Läden wie das Rákóczi Használtruha Áruház in Zalaegerszeg sind bei Deutschsprachigen bekannt. In Budapest ist das Angebot größer und gemischter: von Kiloware bis Vintage-Boutique. Für Kleidung, die Sie wirklich tragen, oft sinnvoller als ein besticktes Souvenirhemd, das im Schrank landet.


Wellness-, Heilschlamm- und Kosmetikprodukte

Ungarn sitzt auf Thermalwasser. Das ist Geologie, nicht Wellness-Sprache. Entsprechend gibt es eine eigene Produktwelt: Schlamm, Heilwasserpflege, Kräuterkosmetik.

Hévíz: Schlamm und Pflege vom Thermalsee

Der Hévízer See ist der größte natürliche Thermalsee Europas. Der Heilschlamm (Fango/Moor) wird in den örtlichen Kuren für den Bewegungsapparat verwendet. Vor Ort kaufen Sie Schlammpackungen, Cremes und Seifen mit Thermalanteil – praktischer als ein Liter See im Koffer, und näher an dem, was Gäste tatsächlich mitnehmen.

Die schwarze Seife (fekete szappan) mit Schlammanteilen ist ein beliebtes Mitbringsel aus Hévíz und anderen Bädern. Sie wird in der traditionellen Pflege als kräftige Reinigungsseife genutzt. Medizinische Wirkversprechen auf Etiketten und in Souvenirläden sollten Sie nüchtern lesen: Schlamm und Seife ersetzen keine Behandlung.

Kaufen Sie in Hotelshops, Apotheken und Fachläden in Hévíz, nicht die erste Tube am Parkplatz. Wer Naturkosmetik und unverpackte Pflege sucht, findet in Hévíz unter anderem die Natur & Bio Boutique. In Sárvár und anderen Thermalkurorten gilt dasselbe Muster: Souvenirläden im und um das Bad, Qualität ungleichmäßig, Originale vom Kurhaus oder der Apotheke zuverlässiger.

Ilcsi, Kräutertees und Béres

Ilcsi Szépítő Füvek ist ungarische Naturkosmetik auf Kräuter- und Pflanzenbasis und selbst ein Hungarikum. Die Marke ist in Ungarn oft günstiger als im westlichen Fachhandel. Gesichtsmilch, Masken und Cremes mit Apfel, Rose, Hauswurz oder Sanddorn sind typische Mitbringsel. Achten Sie auf Chargen und Haltbarkeit, wenn Sie für andere kaufen.

Ungarische Kräutertees – Kamille aus der Tiefebene (Alföldi kamillavirágzat ist ein Hungarikum), Lindentee, Früchtetees – sind günstig, leicht und als kleines Geschenk unkompliziert. Reformhäuser und Märkte sind besser als Tankstellenregale.

Béres-Tropfen (Béres Csepp) sind ein ungarisches Spurenelement-Präparat mit Kultstatus. Ob Sie Nahrungsergänzung mitnehmen, ist Geschmack und Gesundheitsfrage, kein klassisches Souvenir.

Kosmetik und Flüssigkeiten über 100 Milliliter gehören ins Aufgabegepäck. Tuben und Tiegel fest verschließen, in Beutel packen.


Kunst, Antiquitäten und Musikinstrumente

Zeitgenössische Kunst

Budapest hat eine lebendige Galerienszene, besonders in Pest, im jüdischen Viertel und entlang der Andrássy út. Arbeiten jüngerer ungarischer Künstlerinnen und Künstler sind oft erschwinglicher als vergleichbare Positionen in Wien, Berlin oder München. Kaufen Sie in Galerien mit Rechnung, nicht das „originale Ölgemälde“ vom Donauufer-Stand. Auch ohne Kauf lohnt der Besuch: Sie verstehen das Land besser als im Porzellanregal.

Märkte für Antiquitäten und Vintage

Drei Adressen, die sich unterscheiden:

Ecseri Piac (Nagykőrösi út, XIX. Bezirk, Budapest) ist der große Antiquitäten- und Flohmarkt. Möbel, Porzellan, Militaria, Schmuck, Werkzeug, Trödel. Samstag früh ist die beste Zeit. Feilschen gehört dazu, Bargeld auch. Fälschungen und überhöhte „Antik“-Preise gehören ebenfalls dazu. Wer weiß, was eine Zsolnay-Vase wirklich kostet, kauft besser. Wer stöbern will, nimmt Zeit und keine Eile mit.

Liliomkert in Káptalantóti (Káli-Becken, Balaton-Oberland, etwa 7 km von Badacsony) ist jeden Sonntag von 7 bis 14 Uhr ein Erzeuger-, Handwerks- und Flohmarkt unter Bäumen. Käse, Brot, Honig, Wein, Keramik, Pflanzen, Gebrauchtware, Livemusik. Eintritt frei, viele Stände nur bar. Kommen Sie zwischen 8 und 12 Uhr. Das ist einer der besten Einkaufstage am Balaton, wenn Sie lokale Produkte wollen statt Touristenporzellan.

Tihanyi Piac / Piac Placc auf der Halbinsel Tihany verbindet Handwerker, Regionalwaren und – in der Saison – Lavendel. Tihany ist Ungarns Lavendeladresse. Ende Mai bis Juli duften die Felder, in den Läden gibt es Seife, Öl, Honig und Beutel. Die Halbinsel ist an Sommerwochenenden voll. Wer einkauft, kommt früh oder unter der Woche.

Kleinere Piace gibt es in fast jeder Stadt. Der Wochentagmarkt der Einheimischen ist für Paprika und Wurst oft günstiger als der Sonntagsmarkt für Besucher.

Musikinstrumente

Ungarn hat eine starke Instrumentenbautradition. Das Cimbalom (Hackbrett) ist das Nationalinstrument der Roma- und Csárdás-Musik. Geigenbauer in Budapest fertigen nach wie vor in Handarbeit. Ein Instrument ist kein Impulskauf am letzten Tag: Preise, Koffer, Zolldokumente, Versicherung. Für die meisten Reisenden sind Noten, Aufnahmen von Bartók und Kodály oder ungarische Spielkarten (Magyar kártya, Eichel, Laub, Herz, Schellen, oft von Piatnik) das realistischere musikalische Mitbringsel.

Der Zauberwürfel von Ernő Rubik ist ein legitimes, leichtes Souvenir mit echter Budapester Herkunft. Kaufen Sie ihn, wenn Sie Spaß daran haben, nicht weil ein Stand ihn neben Plastikpuppen verkauft.


Wo Sie in Ungarn am besten einkaufen

Budapest

Große Markthalle (Nagycsarnok / Központi Vásárcsarnok)
Fővám tér / Vámház körút, IX. Bezirk. Das Pflichtprogramm für Lebensmittel. Erdgeschoss: Paprika, Salami, Honig, Obst, Fleisch. Keller: Eingelegtes, Wein, Pálinka. Obergeschoss: Essen mit Aussicht und Volkskunst von echt bis massenhaft. Kein Eintritt.

Öffnungszeiten typischerweise: Montag 6-17 Uhr, Dienstag bis Freitag 6-18 Uhr, Samstag 6-15 Uhr, Sonntag geschlossen. Gehen Sie unter der Woche zwischen 8 und 11 Uhr. Samstagvormittag ist voll, Montagnachmittag schon ausgedünnt.

Váci utca ist die klassische Fußgängerzone. Für Atmosphäre ja, für Preise nein. Souvenirs sind teurer, Ketten dieselben wie überall. Am südlichen Ende liegt die Markthalle – gehen Sie dorthin weiter.

Fashion Street (Deák Ferenc utca) liegt einen Block östlich und ist die teurere, ruhigere Einkaufsstraße für Marken.

Herend und Zsolnay am József nádor tér, drei Minuten von der Váci utca. Porzellan nur hier oder in Herend selbst, nicht am Marktstand „im Stil von“.

Bortársaság für Wein. Zwack Unicum House für den Kräuterlikör. Andrássy út und Seitenstraßen für Design und Galerien. Gozsdu Udvar und das jüdische Viertel für junge Labels und Keramik. Fény utca Markt (Buda, bei Mammut) als weniger touristischer Stadtteilmarkt.

Einkaufszentren (WestEnd, Allee, Arena, Etele Plaza) retten den Sonntag, wenn Märkte und Manufakturen zu sind. Für ungarische Spezialitäten sind sie zweitrangig.

Balaton und Westungarn

Am Plattensee kaufen Sie regionaler, oft persönlicher, mit mehr Winzer und weniger Markthalle.

  • Hévíz: Fußgängerzone Erzsébet királyné utca, Heilschlamm, Boutiquen, Thermalpflege
  • Káptalantóti: Liliomkert, sonntags
  • Tihany: Piac, Lavendel, Handwerk, Abtei-Umgebung
  • Badacsony und Csopak: Weingüter, Olaszrizling, Kéknyelű
  • Keszthely: Stadtmarkt, Secondhand (Háda), Alltagseinkauf
  • Sárvár: Thermale Souvenirs, wenn Sie ohnehin im Bad sind
  • Herend: Porzellan-Manufaktur, vom Nordbalaton ein realistischer Halbtagesausflug
  • Pécs: Zsolnay-Viertel, wenn Sie weiter nach Süden fahren

Supermärkte (Spar, Interspar, Lidl, Aldi, Tesco) sind für Alltags-Paprika, Paste, Unicum, einfachen Wein und Vakuumsalami völlig legitim. Feinkost und Handwerk gehören auf den Markt oder zum Erzeuger.

Szeged, Kalocsa, Tokaj, Pécs

Wer die Produktionsorte ansteuert, kauft tiefer:

  • Szeged: Paprika, Pick-Salami, Markthalle, Paprikamuseum
  • Kalocsa: Paprika und Stickerei in einem
  • Tokaj / Mád / Tarcal: Weingüter, Aszú vom Erzeuger
  • Pécs: Zsolnay
  • Gyula / Békéscsaba: Kolbász
  • Mezőkövesd: Matyó-Stickerei
  • Kiskunhalas: Spitze

Das ist kein Pflichtprogramm für einen Badeurlaub. Es ist die Logik hinter den Produkten, die Sie am Balaton im Regal sehen.


Was Sie in Ungarn nicht kaufen sollten

Eine kurze, nützliche Liste:

  • Import-Elektronik, Markenparfum, Kettenmode. 27 Prozent ÁFA plus Handel. In Deutschland oft günstiger.
  • Paprika vom Flughafen und von der Váci utca. Teurer, oft älter.
  • „Ungarische“ Keramik und Kristall ohne Hersteller. Häufig China. Drehen, Stempel lesen, Herkunft fragen.
  • Fünf-Euro-Volkskunst. Echte Stickerei dauert Wochen. Der Preis sagt die Wahrheit.
  • Deko-Pálinka in Trachtenflaschen. Erst riechen, dann Marke prüfen, sonst stehen lassen.
  • Rohmilchkäse und Frischfleisch für den Flug. Kühlkette und Zollrisiko.
  • Antiquitäten ohne Wissen. Am Ecseri liegen echte Stücke neben Reproduktionen. Ohne Kenntnis zahlen Sie Lehrgeld.
  • Medizinische Wunderversprechen. Schlamm, Tropfen und Tees können Pflege und Tradition sein. Sie sind kein Ersatz für Diagnose.

Die Faustregel: Je näher an der Hauptsehenswürdigkeit und je lauter das „Traditional Hungarian!“, desto kritischer prüfen.


Zoll, Mehrwertsteuer und das Packen

Innerhalb der EU: Deutschland, Österreich, die meisten Gäste

Ungarn ist EU. Für den privaten Bedarf dürfen Sie Lebensmittel einschließlich Fleisch und Milchprodukte mitnehmen. Es gibt keine zollrechtliche Obergrenze für den Kofferinhalt, solange erkennbar Eigenbedarf vorliegt.

Beim Alkohol gelten in Deutschland Richtmengen für den steuerfreien privaten Import aus anderen EU-Staaten. Wer sie überschreitet, muss den privaten Zweck glaubhaft machen können. Die Richtwerte des Zolls:

  • 10 Liter Spirituosen (Pálinka, Unicum über 22 Volumenprozent)
  • 20 Liter Zwischenerzeugnisse (Likörweine, verstärkte Weine)
  • 60 Liter Schaumwein
  • 110 Liter Bier
  • Stillwein: in Deutschland keine festgelegte Menge, solange der Verbrauch privat ist; weinrechtliche Transportregeln bleiben unberührt

Bewahren Sie Kassenbons auf, besonders bei Wein vom Weingut. Wenn Sie durch die Schweiz fahren, gelten dort andere, oft engere Freimengen – auch im Transit.

Wer nach Großbritannien oder in die USA fliegt: Fleisch- und Milchprodukte sind häufig verboten oder stark beschränkt. Paprika, Honig, Wein und Spirituosen sind in der Regel unkomplizierter, aber niemals ohne Blick in die aktuelle Regelung des Ziellandes.

Mehrwertsteuerrückerstattung: nur für Nicht-EU-Gäste

EU-Bürger bekommen die ungarische ÁFA nicht zurück. Wer außerhalb der EU wohnt, kann unter Bedingungen erstatten lassen: in der Regel ein einzelner Beleg über mehr als 68.000 Forint brutto (Schwelle 2026 laut NAV, entspricht der 175-Euro-Regel), Formular adó-visszaigénylő lap noch an der Kasse, Ware unbenutzt innerhalb von 90 Tagen ausgeführt, Stempel an der EU-Außengrenze. Nachträglich gibt es das Formular nicht. Das betrifft Porzellan und Design mehr als Paprika.

Kofferpraxis

  • Salami vakuumieren lassen
  • Wein liegend, eingewickelt, ins Aufgabegepäck; Ersatzkorken und Zip-Beutel schaden nicht
  • Paprikapulver ins Aufgabegepäck. Feines Pulver im Handgepäck kann an der Kontrolle auffallen
  • Flüssigkeiten über 100 ml nicht ins Handgepäck
  • Porzellan und Keramik in Kleidung wickeln oder versenden
  • Gläser mit Eingelegtem aufrecht, Deckel zusätzlich mit Tape
  • Honig fest verschließen, Glas in Beutel

Fluggesellschaften begrenzen Alkohol im Aufgabegepäck. Prüfen Sie Stückzahl und Verschluss, bevor Sie sechs Flaschen Aszú einchecken.


Praktische Einkaufstipps

Zahlen Sie in Forint. Ungarn hat den Euro nicht. Kartenzahlung ist in Geschäften üblich, auf Märkten nicht überall. Am Liliomkert und am Ecseri brauchen Sie Bargeld. Geldautomaten der Banken sind zuverlässiger als Wechselstuben an der Váci utca.

Lassen Sie sich Preise nennen, bevor Ware in die Tüte wandert. In der Markthalle ist das nicht überall selbstverständlich.

Handeln gehört auf den Flohmarkt, nicht in den Herend-Laden und nicht an den Paprika-Stand mit Preisauszeichnung.

Sonntag ist in Ungarn kein voller Einkaufstag. Märkte wie die Große Markthalle sind zu, Manufakturen oft auch. Ausnahmen: Einkaufszentren, der Liliomkert (gerade sonntags), manche Touristenlagen in Hévíz und Tihany.

Saison: Lavendel in Tihany von Ende Mai bis Juli. Weinlese im September. Weihnachtsbonbons im Advent. Frische Paprikaschoten im Spätsommer. Wintersalami das ganze Jahr.

Sprache: Viele Händler am Balaton und in der Markthalle sprechen Deutsch. Die Wörter édes (süß), csípős (scharf), kérem (bitte), köszönöm (danke) und számla (Rechnung) reichen weit.

Rechnung mitnehmen, wenn Sie teure Stücke kaufen. Bei Porzellan ist sie Teil der Authentizität.


Häufige Fragen

Was lohnt sich in Ungarn am meisten zu kaufen?

Für fast alle: Paprika aus Szeged oder Kalocsa, vakuumierte Pick- oder Herz-Salami, Akazienhonig und eine Flasche ungarischen Weins. Wer mehr ausgeben will: Tokaji Aszú, lizenzierter Pálinka, ein handgesticktes Textil oder ein authentisches Stück Herend oder Zsolnay.

Welche ungarischen Souvenirs sind typisch, ohne kitschig zu sein?

Stoffbeutel mit frischem Paprika, eine Tube Erős Pista, Unicum in der Miniatur, Ilcsi-Gesichtscreme, ein Becher vom Töpfer mit Namen, Lavendelseife aus Tihany, ungarische Spielkarten. Vermeiden Sie Plastikpuppen, „Gulasch“-Schilder und anonymes Kristall.

Ist ungarischer Paprika wirklich besser?

Guter Szegeder oder Kalocsaer Paprika der Stufen Különleges oder Csemege ist farbstärker und aromatischer als die meisten westlichen Haushaltsdosen. Schlechter Markt-Paprika ohne Herkunft ist das nicht. Das Etikett entscheidet.

Darf ich Salami und Pálinka nach Deutschland mitnehmen?

Ja, für den privaten Gebrauch. Salami als Fleischprodukt innerhalb der EU. Pálinka innerhalb der 10-Liter-Richtmenge für Spirituosen. Bons aufheben. Andere Regeln gelten beim Flug in Drittstaaten und bei der Durchreise durch die Schweiz.

Wo kaufe ich in Budapest am besten ein?

Lebensmittel: Große Markthalle, Erdgeschoss, Wochentagvormittag. Wein: Bortársaság. Porzellan: Herend und Zsolnay am József nádor tér. Design: jüdisches Viertel und Andrássy-Nebenlagen. Antiquitäten: Ecseri am Samstagfrüh. Nicht: Souvenirmeile Váci utca, außer zum Durchlaufen.

Lohnt sich Einkaufen am Balaton oder nur in Budapest?

Am Balaton kaufen Sie Wein vom Winzer, Schlamm in Hévíz, Lavendel in Tihany und Regionalware auf dem Liliomkert oft persönlicher als in der Hauptstadt. Budapest gewinnt bei Auswahl, Porzellanboutiquen, Unicum und der großen Markthalle. Beides ergänzt sich.

Sind Lidl-Weine in Ungarn einen Kauf wert?

Für den Preis oft ja. Sie ersetzen keinen Tokaji Aszú und keinen gelabelten Badacsonyer vom Weingut. Für den Alltag und den vollen Kofferraum sind sie eine ehrliche Option.

Wie erkenne ich echte Stickerei und echtes Porzellan?

Stickerei: Rückseite, Unregelmäßigkeit, genannte Region, Preis über dem Ramschlevel. Porzellan: Bodenmarke Herend, Zsolnay oder Hollóháza, Kauf im Herstellerladen. „Im Stil von“ ist kein Original.

Was ist ein Hungarikum – und muss ich das kaufen?

Ein Hungarikum ist ein offiziell gelistetes ungarisches Kulturgut, vom Paprikapulver bis zum Unicum. Es ist eine Orientierung, keine Kaufpflicht. Viele der besten Einkäufe stehen auf dieser Liste. Nicht alles auf der Liste gehört in Ihren Koffer.


Fazit: Kaufen Sie Ungarn, nicht Import

Was sich in Ungarn zu kaufen lohnt, ist selten das, was auch in München im Schaufenster steht. Es ist das, was hier wächst, gebrannt, gestickt, gemalt und geräuchert wird: Paprika mit Herkunft, Wintersalami mit Edelschimmel, Honig vom Imker, Tokaji und Badacsonyer Wein, Pálinka mit Frucht statt Folklore, Unicum, echte Textilkunst, Porzellan mit Stempel, Keramik mit Töpfernamen, Leder aus der Werkstatt, Schlamm und Kräuterpflege aus den Thermen.

Die hohe Mehrwertsteuer macht Import teuer. Dieselbe Steuer ändert nichts daran, dass ein Kilo Szegeder Paprika, eine Stange Pick und zwei Flaschen Furmint Sie günstiger und ehrlicher an die Reise erinnern als jedes Magnetschild.

Packen Sie den Koffer vom Erdgeschoss der Markthalle, vom Weingut am Badacsony und vom Sonntagsmarkt in Káptalantóti. Lassen Sie die Váci utca links liegen, sobald Sie genug Häuserfassaden gesehen haben. Dann haben Sie nicht nur Souvenirs, sondern Vorrat, Handwerk und eine nachvollziehbare Herkunft – und genau das ist es, was sich in Ungarn zu kaufen lohnt.

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